Mit Bestürzung hat der Deutsche Schützenbund Medienberichte zur Kenntnis genommen, nach denen auch bei einem Schützenfest in Niedersachsen der Partyhit „L’Amour Toujours“ mit fremdenfeindlichen Textzeilen gesungen wurde. Solche Vorkommnisse sind ein beängstigendes Zeichen der Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft. Sie schaden nicht nur dem Ansehen aller Schützinnen und Schützen, sie beleidigen auch die vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund, die seit Jahren in unseren Vereinen aktiv und in verschiedensten Ämtern und Funktionen ehrenamtlich tätig sind.

Solches Verhalten widerspricht fundamental den Werten des Deutschen Schützenbundes mit seinen fast 14.000 Vereinen und den Prinzipien seiner Satzung. Darüber hinaus auch den jahrhundertealten Traditionen eines toleranten, weltoffenen und liberalen Schützenwesens. Mit gutem Grund werden diese Vorfälle nun auch strafrechtlich genau geprüft.

Der DSB fordert seine Vereine und deren Mitglieder auf, bei solchen Vorkommnissen nicht wegzuschauen, sondern mit Zivilcourage für die Werte des Schützenwesens einzutreten und Fremdenfeindlichkeit keinen Raum zu bieten. Denn: „Die Schützen stehen gegen jede Form von Extremismus, sie stehen für Toleranz und für die Zuwendung zu den Schwachen. Das entspricht jahrhundertealter Schützentugend.“, wie es der frühere Bundespräsident Johannes Rau in seinem Diktum im März 2001 formulierte.

In diesem Sinne betreibt der Deutsche Schützenbund seit Jahren mit einer Vielzahl von klaren Positionierungen und verschiedenen Projekten Prävention gegen politischen Extremismus und Fremdenfeindlichkeit. Dem im Jahr 2017 verabschiedeten Ethik-Code, der Diskriminierung in Bezug auf Rasse, Ethnie, Nationalität, Religion, Weltanschauung, Alter, Geschlecht, sexuelle Identität oder Behinderung verbietet, sind alle Mitglieder und Mitarbeiter des Deutschen Schützenbundes verpflichtet. Die im Jahr 2020 ins Leben gerufene Kampagne „Schützen gegen Extremismus – für Vielfalt und Demokratie“ gibt den Vereinen konkrete Handlungsempfehlungen in Konfliktsituationen auf diesem Gebiet an die Hand. Und in seiner „Wiesbadener Erklärung“ vom 9. März 2024 haben Präsidium und die Vertreter der 20 Landesverbände im Gesamtvorstand des Deutschen Schützenbundes noch einmal die Übereinstimmung seiner Werte mit den obersten Prinzipien des Grundgesetzes bekräftigt, u.a. der Unantastbarkeit der Würde eines jeden einzelnen Menschen, dem Recht seiner freien Entfaltung und der Gleichberechtigung aller, unabhängig ihres Geschlechtes, ihrer Abstammung, ihrer Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, ihres Glaubens, ihrer religiösen oder politischen Anschauungen sowie ihrer sexuellen Orientierung.